Der letzte Gedanke

Edgar Hilsenrath, Das Märchen vom letzten Gedanken

Mein erster Gedanke war Das Märchen vom letzten Gedanken. Als ich jetzt vom Tod Edgar Hilsenraths erfuhr, musste ich an dieses Buch denken und an eine persönliche Begegnung, die ich mit dem Autor im Januar 1990 in Herford hatte. Damals war Hilsenrath auf Lesereise und ich fand sein Buch, das ich bald darauf gelesen habe, grandios.

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Hinter den Nazi-Kulissen

Guido Knopp, Geheimnisse des „Dritten Reichs“

Mit Nazis lassen sich ganze Sommerlöcher verfüllen. Nazis machen Quote in Text und Bild. Recht offensiv wirbt deshalb auch der Titel Geheimnisse des „Dritten Reichs“ für die aufklärende Lektüre. Man hätte ihn auch anders wählen können – denn natürlich werden hier keine großen Geheimnisse gelüftet. Ich halte das Buch dennoch für lesenswert.

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Das Moor ist der Raum

Arthur Conan Doyle, Der Hund von Baskerville

Ich liebe dieses unglaubliche Krimi-Prinzip verschlossener Räume. Ich mag die Abgrenzung des Tatorts, das unvollständige Wissen um den Mörder, die Qual, dieses Wissen zu vervollständigen. Und ja, ich mag die Gabe des Vergessens, die mich alte, uralte Krimis noch einmal lesen lässt. Die ich vor Jahrzehnten nicht aus der Hand legen konnte. Die ich jetzt (eigentümlicherweise mit noch größerem Genuss als früher) noch einmal lese. So wie Der Hund von Baskerville von Arthur Conan Doyle. 

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Eine besondere Freundschaft

Robert Harris, München

Robert Harris hat ein Muster: er nimmt sich historische Ereignisse vor und baut eine eigene Handlung ein. Das ist an sich noch kein Kunstgriff, aber deshalb interessant, da Harris hochspannend und klug schreiben kann, Bücher ohne Längen fabriziert und vor allem: neue Perspektiven schafft. Vaterland war (und ist) ungeschlagen, dann Pompeji, jetzt München.

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Der Schmerz wirkt weiter

Horst Selbiger, Verfemt – Verfolgt – Verraten

Der Schmerz ist noch da. Auch nach über 70 Jahren. „Du bist ein Gezeichneter dein ganzes Leben lang“, sagt Horst Selbiger, und: „Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen.“ Nahezu zwei Jahre hatte der heute 90-Jährige an seinem Buch gearbeitet, fast jeden Tag. Den „Abriss seines Lebens“ nennt er Verfemt – Verfolgt – Verraten, sogleich verbunden mit der Aufforderung: „Fragt uns, wir sind die Letzten! Wenn wir nicht mehr sind, ist alles nur noch papierne Geschichte.“

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Großer Bruder hin und her

Klaus Schröter, Heinrich Mann

Manchmal stelle ich mir vor, es hätte Thomas Mann nicht gegeben. Fatal wäre das. Und schlecht für die Literatur und diese hochinteressante Familie. Aber wie hätte sich sein Bruder Heinrich entwickelt, wenn es nur ihn  gegeben hätte?  Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Die ich mir aber stelle, wenn ich Literatur über (nicht von) Heinrich Mann lese. Der Bruderzwist ist eigentlich immer Thema. Natürlich auch bei Klaus Schröter und seiner Studie über Heinrich Mann.

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Rasend durchs Mittelalter

Sabine Weiß, Die Arznei der Könige

Das hat mir gefallen: eine Geschichte an realen Orten, an Orten, die ich auch heute noch besuchen könnte. Sabine Weiß lädt in Die Arznei der Könige zur Spurensuche ins Mittelalter ein und plant schon mal deine nächste Wandertour.

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Kampf um die Bohne

Tom Hillenbrandt, Der Kaffeedieb

Wer braucht schon Internet, wenn man Beziehungen hat? Wenn du weißt, wen du fragen musst, oder besser:  Wenn du weißt, wen du wo fragen musst? Die Geschichte, um die es hier geht, beginnt im Kaffeehaus und spielt in der jungen Neuzeit, Web Punkt minus ultimo oder so.

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Angesichts der Katastrophe

Maiken Nielsen, Und unter uns die Welt

Endlich mal wieder einen richtigen Roman lesen – also: keine Dystopie, kein Verschieben irgendwelcher Ebenen, nein, einen richtigen Roman. Ja, ich weiß, das klingt vermessen.

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Der wirklich große Bruder

Dan Brown, Diabolus

Ganz klar: Diabolus ist schriftstellerisch keine Offenbarung.  Es gibt andere Bestseller, die würde ich wirklich als Kunstwerke bezeichnen, Dan Browns ersten Roman sicher nicht.  Dennoch hat das Buch hochinteressante Facetten  und zeigt durchaus – sagen wir mal – prophetische Züge.

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