Ein Roman aus der jüngsten Vergangenheit, gleichzeitig aber auch ein Blick in die Zukunft: T.C. Boyles Die Terranauten.

Eine Welt unter der Glaskuppel, eine Welt auf der Welt. Nur diesmal – anders als beim ersten Versuch – soll sie wirklich abgeschlossen sein. Ganz dicht. Wirklich?

T.C. Boyle hat mit Die Terranauten einen Mikrokosmos geschaffen, der sich anschickt, so autark wie möglich zu arbeiten. Der aber nicht bedenkt, dass die alte Welt immer noch Einfluss hat. Weil die Kuppel ein Glashaus ist, weil das Experiment von Mission Control – eine Art Großem Bruder – begleitet und medial gesteuert wird. Und weil Menschen auf beiden Seiten als Protagonisten agieren. Spätestens jetzt (und damit ziemlich früh) ahnt man, dass das alles nicht funktionieren kann. Zumal die Ego-Trips in jeweiliger Ich-Erzählung reichlich Raum bekommen.

Mitten drin agieren die Terranauten mit ihren Vorgeschichten, draußen eine, die nicht hineindurfte. Und eine Neidgeschichte spinnt. Und das Experiment wird scheitern, so wie beim ersten Mal, als es technische Probleme gab.

Und es scheitert auch, weil Mission Control aus Fehlern lernen wollte, die Fehler aber einfach nur wiederholt. Oder sollte man sagen: Verhaltensmuster. Mit denen haben auch die vier Männer und vier Frauen zu kämpfen, aber sie kämpfen auch gegeneinander oder sie lieben sich.