Leben mit Literatur

Monat: Oktober 2020

Marsch verschluckt Mensch

Für das Marschmädchen wird das Leben in der Natur zum Überlebenskampf. Aber nicht, weil die Marsch so wild ist, sondern weil die Menschen sie für schuldig befinden.

Eine verkorkste Kindheit kann dir das ganze Leben versauen. Klar – sie ist zuweilen die Erklärung für alles Schlechte, für alles, was da kommt, vor allem, wenn es nicht nach Recht und Gesetz geht. Der Mensch mag einfache Muster – und die werden etwa für das Marschmädchen, das um diese Muster weiß, zum lebensbedrohlichen Verhängnis. Delia Owens hat die Geschichte von Catherine Danielle Clark, genannt Kya, in ihrem Debutroman Der Gesang der Flusskrebse aufgeschrieben. Das Buch spielt vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Und es spielt in der Marsch nahe der fiktiven Stadt Barkley Cove in North Carolina.

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Die Trutzburg der Bekloppten

Für den freien Journalisten Jan Brock spitzt sich die Angelegenheit auf Burg Zornfried immer mehr zu. Irgendwann hilft ihm nur noch die Flucht – doch wohin?

Satire ist heilsam. Leider aber werden diejenigen, die auf neue oder alte Nazis hereinfallen, diesen Roman kaum lesen. Oder sie werden glauben: Das bin ich nicht, das kann mir nicht geschehen. Um der Erkenntnis willen ist Zornfried von Jörg-Uwe Albig aber unbedingt lesenswert. Nicht nur für Journalisten.

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Nur noch das Nötigste reden

Ein persönliches Interview, eine Beziehungsgeschichte zwischen Sohn und Mutter, aber auch ein Geschichtsbuch – Ich habe Uhren gibt es nicht mehr sehr gerne gelesen.

Sie will nur noch das Nötigste reden. Das Schweigen, so sagt sie, bringe für gewöhnlich einen höheren Genuss. Über einhundert Jahre ist Elisabeth Heller alt, als sie ihrem Sohn André ein langes Interview gibt und somit doch nicht schweigt. Zum Glück. Das daraus entstandene Buch sollten junge und jüngere und Junggebliebene unbedingt lesen, alle anderen auch. Uhren gibt es nicht mehr von André Heller ist voller Weisheit und Geschichte.

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