Leben mit Literatur

Monat: Februar 2021

Es hört nie auf

Die Bagage ist das Gepäck, das wir mit uns tragen. Es sind aber auch die Menschen, aus denen wir geworden sind. Monika Helfer hat dazu einen wunderbaren Roman geschrieben.

Maria und Josef Moosbrugger sind ein schönes Paar. Doch Schönheit ist äußerlich, sie kann die Wirklichkeit überblenden. Und manchen erscheint sie fremdartig, vielleicht macht sie ihnen auch Angst. Die Moosbruggers leben mit ihren vier Kindern am Rand eines österreichischen Bergdorfs und damit abseits in der Welt der Abseitigen. Monika Helfer erzählt die eigene Geschichte in ihrem Roman Die Bagage.

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Das falsche System

Die Situation heute auf einem als historisch getrimmten Globus.

Bücher zur Kolonialgeschichte interessieren mich schon deshalb, da dieses Kapitel noch längst nicht zur Genüge aufgearbeitet ist. Kurzweilig zu lesen und nah an den historisch belegbaren Fakten ist Eine Frage der Zeit von Alex Capus, ein Roman, in dem es um üble Machtspiele in Deutsch-Ostafrika geht. Besonders die teils überdrehte Darstellung der Charaktere hat mir gut gefallen, passend zur Absurdität des Geschehens insgesamt.

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Traum und Wirklichkeit

Anselmus aus Der goldne Topf, hier auf dem Bild einer 1917 erschienenen Ausgabe. Die Illustrationen stammen von Karl Thylmann.

Ist Anselmus wirklich glücklich auf seinem Rittergut in Atlantis? Ist er glücklich im Zauberreich, in dem er jetzt mit Serpentina lebt? Im Märchen – so viel steht fest – wäre er glücklich, beide wären glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Das Kunstmärchen aber lässt als Märchen aus der neuen Zeit mindestens zwei und eher mehr mögliche Szenarien zu. In Der goldne Topf von E.T.A. Hoffmann zerreißt das hexenhafte Apfelweib die reale Welt des etwas tollpatschig und schon originär träumenden, dabei aber keinesfalls unsympathisch wirkenden Anselmus. Er ist ein stolpernd Suchender, ob er es weiß oder nicht.

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