Leben mit Literatur

Autor: Oliver Plöger (Seite 1 von 3)

Die Liebe ist ein langer Fluss

Cholera ist eine Krankheit, lässt sich aus Cólera im Originaltitel aber auch mit Leidenschaft übersetzen. Das Buch ist einer der schönsten Liebesromane der Weltliteratur.

Dass Liebe krankhafte bis suizidale Züge annehmen kann, ist in der Literatur hinlänglich bekannt. Goethes Werther von 1774 ist da fast schon ein spätes Beispiel: „Lebe wohl! Ich will es enden.“ So weit kann der Protagonist in Die Liebe in den Zeiten der Cholera von Gabriel García Márquez nicht gehen. Er muss leben und vor allem warten. Ich habe diesen zeitlosen Roman, der 1985 erschienen ist, jetzt mit großer Freude gelesen.

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Dem Tod ist noch keiner davongesprungen

Ein ganzes und einfaches Leben in den Bergen. Das wünscht sich der Held in Seethalers Roman. Die Welt macht ihm das nicht immer leicht. Und die Liebe auch nicht.

Helden brechen gerne auf. Andreas Egger in Ein ganzes Leben von Robert Seethaler eher nicht. Vielleicht im Krieg, für den er sich als Freiwilliger gemeldet hatte. Und ganz am Ende, wenn er glaubt, dass es Zeit für den Tod ist. Nein, Egger will da bleiben, wo er seit seinem vierten Lebensjahr ist: in den Bergen. Und ein Held? Ist er das wirklich? Höchstens ein tragischer.

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Neugier sticht Angst aus

Ecos Roman ist für mich einer der Texte, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Oder in die Abgeschiedenheit eines Klosters.

Es gibt eine Szene in Der Name der Rose von Umberto Eco, die ich fast auswendig zitieren kann. Darin geht es um das schreckliche Geheimnis, an dem die beiden verstorbenen Brüder gerührt hatten – der eine vielleicht von Angst getrieben, wie es heißt, der andere von Neugier. Ein Franziskaner will dieses Geheimnis lüften.

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Und immer taugt der Taugenichts

Immer draußen, immer in der Natur: Der Taugenichts taugt nicht für die Enge von Räumen, er bricht lieber auf, reist aus dem Süden Deutschlands über Felder und durch Wälder in die ewige Stadt.

Wer vernünftig ist, bleibt zuhause und wird Müller. So wie der Vater. Und das hätte ja auch so sein können in der Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts von Joseph von Eichendorff. Doch da Literatur gern von Aufbrüchen handelt, macht sich unser Held auf den Weg.

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Aus dem Jetzt die Zukunft reparieren

So habe ich mir Science Fiction immer vorgestellt: H.G. Wells und Die Zeitmaschine. Der Film aus den Sechzigern ist Trash, das Buch feinste Literatur.

Auf der Suche nach trashiger Unterhaltung stieß ich auf die unzählige Male gesehene Verfilmung von Die Zeitmaschine von H. G. Wells. 1960 gedreht, hatten die Macher um George Pal (das Drehbuch stammt von David Duncan) einige Vorteile, was die „Zukunft“ betrifft. Sie wussten um die beiden Kriege und den Atom-Wahn der Nachkriegsjahre. Der Autor der Vorlage wusste das nicht. Gut, dass ich dann auch nochmal das Buch gelesen habe.

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