Leben mit Literatur

Schlagwort: Biographie

Raus aus dem Schlamassel

Sich selbst aus dem Sumpf ziehen. Schön, wer das kann.

Sich am eigenen Schopf aus dem Schlamassel ziehen, raus aus dem trüben Teich, weg vom Sumpf. Das dürfte ein vielfach herbeigeflehter Wunsch sein. Mit Wünschen aber ist das bekanntlich so eine Sache: Sie gehen nicht mit hundertprozentiger Sicherheit in Erfüllung. Und wenn man es unbedingt wünscht (vielleicht aus der Erzählperspektive des eigenen Lebens) legen manche sich die Wahrheit zurecht. Kurzum: Es wird gelogen, dass sich die berühmten Balken biegen. Wobei der gute alte Münchhausen viel kreativer war als so manch platter Politiker heute – und da muss ich nicht einmal über den Teich blicken.

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Sockel oder doch nicht?

Die Italienische Reise – hier ein Exemplar, das ich mir aus Weimar mitgebracht habe – war ein mutiger Aufbruch. Auch für Goethe.

Herder hockte auf dem Sockel. Ganz klar – für mich war er fast so etwas wie ein Nationalheiliger, wobei hinzukommt, dass eine Schule in meiner Heimatstadt nach ihm benannt wurde. Nachdem ich aber Goethe – Kunstwerk des Lebens von Rüdiger Safranski gehört hatte (mittlerweile schon zweimal), war klar: Auch Johann Gottfried Herder (1744 bis 1803) war nur ein Mensch, und zwar nicht nur ein angenehmer. Er konnte kaum zeigen, dass der wenig Jüngere etwas gut gemacht hatte, konnte nicht loben, hatte diesen Skeptizismus, den ich im Umgang mit Freunden für übertrieben halte, oder für eine unangemessene Prüfung.

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