Wenn ich nicht gerade lese, verirre ich mich gern im Wald.

Literatur hat mich schon als Kind interessiert. Seit ich lesen kann, habe ich Bücher verschlungen. Und ich bin mir heute ziemlich sicher, dass Der gestiefelte Kater der erste Text war, den ich ansatzweise verstanden habe. Dass eine spätere Lehrerin Interesse an althochdeutscher Dichtung hatte, war mein Glücksfall: So lernte ich die Merseburger Zaubersprüche kennen. Über eine Verfilmung von Das verräterische Herz – ebenfalls in der Schule – kam mir Edgar Allan Poe in den Sinn. Wieder war ich schwer begeistert. Vielleicht war es für den eigenen Lebensweg gar nicht so schlecht, nach einer schwierigen Schulzeit eine Auszeit zu nehmen: Das war für mich die Bundeswehr (ernsthaft!): Literatur half mir beim Leben und Überleben.

Und ich erinnere mich an eine lange Zugfahrt durch den Norden und ein Buch über Theodor Storm: So hatte ich mir einen Schriftsteller immer vorgestellt. Ich wusste jetzt: Literatur wird mich weiter beschäftigen.

Das alles nahm also auch an der Uni in Bielefeld kein Ende, erst recht nicht: Im Studium der Germanistik, Literaturwissenschaft und Pädagogik (nein, ich wollte nie Lehrer werden!) stieg ich noch tiefer in die Materie ein. Meine Abschlussarbeit hat sich schließlich mit Johann Nestroy beschäftigt, dem „wienerischen Shakespeare“, der nicht nur mit Der böse Geist Lumpazivagabundus im 19. Jahrhundert eine theatrale Zeitenwende eingeleitet hat: Vorher hatten sich die Helden mit Hilfe der guten Geister gebessert – jetzt nicht mehr.

Neben dem Studium habe ich ein Volontariat absolviert und arbeite heute als Journalist in der Lokalredaktion des Mindener Tageblatts. Außerdem mache ich Musik. Mit Frau und Tochter lebe ich in Minden.