Alles fließt

Die letzten ihrer Art ist der gelungene dritte Teil des Klimaquartetts von Maja Lunde. Er vertieft die Erkenntnisse aus Bienen- und Wassergeschichte.

Anfangs war ich gar nicht so erpicht auf diesen Roman. Ich fand Die Geschichte der Bienen sehr gut und dann auch Die Geschichte des Wassers, wobei mit hier als Titel „Blau“ noch besser gefallen hätte, und dachte schon: nun ist es auserzählt. Ich las per Zufall (ich weiß nicht mehr wo) eine Rezension zum dritten Teil des Klimaquartetts und erfuhr von einer Pferdegeschichte. Da ich Pferde zwar interessant und schön finde, mehr aber auch nicht, wollte ich die Lektüre hintenanstellen. Dann aber fand ich über den Hörverlag die Besetzungsliste des Hörbuchs – und lies mir die Lunde vorlesen. Zum Glück.

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Gefangen im Ich

Zum Bahnhof raus und einfach verschwinden. Der Antiheld in Hesses Novelle meint, alles hinter sich zu lassen.

Er ist ein Mustermann, angepasst und klein. Und genau so heißt er auch: Klein, Friedrich Klein. Bankbeamter, Familienvater, bürgerlich im besten Sinne. So könnte es weitergehen. Immer. Aber so darf es nicht weitergehen. Wer bin ich eigentlich? Bin ich dieser Mensch, der so angepasst leben will und kann? Verdammt! Ich habe keine Chance, mich in den Zwängen meiner Welt selbst zu finden, ich bin nicht der, der ich für alle anderen bin. Die Folge: Klein bricht aus, fantasiert über die Ermordung seiner Frau und der Kinder, so wie es der Lehrer Ernst August Wagner im echten Leben gemacht hat, nach Richard Wagner wichtigster Namensgeber der Novelle Klein und Wagner von Hermann Hesse.

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