Hungrige Bestien

Wenn alles untergeht, hilft vielleicht nur die Gerechtigkeit – und zwar im Sinne wahrer menschlicher Werte.

Kaum wabern Rassisten durch die höchsten Sphären der Politik, lese ich Jussi Adler Olsens Verachtung. Einen Krimi also, in dem es um furchterregende Machenschaften furchterregender Rechtsextremer geht. Und somit auch um Euthanasie, der selbstgerechten „Vernichtung unwerten Lebens“.

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Mankells Anfänge

Das Frühwerk.

Es gab einen Mankell vor Wallander, es gab einen Mankell vor den Afrika-Romanen, die wir kennen. Es gibt ein Frühwerk – und wer Henning Mankell kennt, erkennt schnell, dass Der Sandmaler zum Frühwerk gehört. Nicht weil der Roman schlecht wäre – aber doch irgendwie anders.

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Mac und die Jungens

Der Roman wartete viel zu lange ungelesen auf meinem Regal.

Manche Romane führen ein ungelesenes Dasein auf dem Bücherregal. Oft über viele Jahre. Zuweilen aber ist die Zeit einfach noch nicht reif. Jetzt war sie reif für Die Straße der Ölsardinen, immerhin das Werk eines Nobelpreisträgers. Ich habe John Steinbecks Text als historischen Roman gelesen, der er in Wirklichkeit natürlich nicht ist.

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Renovatio

Ein guter Einstieg ins Reformationsjahr.

Da war 2017 schon mehr als das halbe Jahr vorbei – und ich hatte immer noch kein Buch gelesen, das sich konkret mit dem Thema Reformation auseinandersetzt.  Dabei sind  Menschen in meinem Umfeld schon genervt, da in den Zeitungen und anderen Medien so viel „geluthert“ wird und wir – wenn wir es denn nicht schon wussten – jetzt wissen, dass Martin L. nicht nur toll war.

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Rund um Rosa

Sehr nah dran an historschen Persönlichkeiten : Döblin liefert ein Meiserstück.

Von Leseprojekten spreche ich meist im Zusammenhang mit einem einzigen Buch. Thomas Manns Zauberberg war für mich ein Leseprojekt. Ich habe das eine oder andere Kapitel gelesen, das Buch beiseite gelegt und mich anderen Texten gewidmet. Nicht, weil ich die Geschichte von Hans Castorp langweilig fand, sondern weil ich mich festgebissen hatte, manchmal auch zu sehr, weil ich Abstand brauchte. Genau so ging es mir auch mit Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin, der mich mehrere Jahre beschäftigt hat.  Und ich bin fest davon ausgegangen, dass auch (um bei Döblin zu bleiben)   November 1918 ein solches Kaliber wird.  Da hatte ich mich aber getäuscht.

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Vergessenes Leid

Eine sehr wichtige Arbeit: Skandal in Togo.

Das an Katastrophen nicht gerade arme 20. Jahrhundert lässt Ereignisse und Zusammenhänge  manchmal vergessen. Ein Thema, das mich sehr interessiert, ist die Kolonialherrschaft – und Deutschland hat dabei ein ausgesprochen  unrühmliches Kapitel geschrieben, wie Rebekka Habermas in Skandal in Togo aufzeigt.

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Robinsonade im All

Als ob es wahr wäre: Weir schreibt über einen Astronauten, der auf dem Mars vergessen wird.

Wahrscheinlich wird Der Marsianer von Andy Weir auch in Zukunft gern gelesen. So wie 1984 von Orwell oder Per Anhalter durch die Galaxis von  Adams. Weirs planetare Robinsonade klingt wissenschaftlich korrekt.

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Gefährlicher Lärm

Wieder eines dieser Bücher, an denen ich mich schon in der Buchhandlung fesgebissen habe.

Ich mag schon den deutschen Titel:  Der Lärm der Zeit. Man könnte ihn auch als „Der Lärm derzeit“ lesen, und das stimmt ja auch: Das Buch von Julian Barnes erscheint zur richtigen Zeit. Dabei geht es um Diktaturen und den schmerzhaften Opportunismus von Künstlern. Und mir schwirrt immer wieder dieser eine abgewandelte Gertrude-Stein-Satz durch den Kopf: Ein Künstler ist ein Künstler ist ein Künstler.

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Die Geistervilla

Mit Ka fühlte ich ich gleich verbunden.

Der Roman von Hanns-Josef Ortheil war der Zufallsfund in einer Rintelner Buchhandlung. Dabei hatte ich nicht einmal den Klappentext von Rom, Villa Massimo gelesen, sondern – angespornt vom Titelfoto – gleich die erste der drei Vorgeschichten. Mit Ka fühlte ich mich verbunden, obgleich 15 Jahre älter, trotz eines äußerlich völlig anderen Lebens.

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