Rund um Rosa

Sehr nah dran an historschen Persönlichkeiten : Döblin liefert ein Meiserstück.

Von Leseprojekten spreche ich meist im Zusammenhang mit einem einzigen Buch. Thomas Manns Zauberberg war für mich ein Leseprojekt. Ich habe das eine oder andere Kapitel gelesen, das Buch beiseite gelegt und mich anderen Texten gewidmet. Nicht, weil ich die Geschichte von Hans Castorp langweilig fand, sondern weil ich mich festgebissen hatte, manchmal auch zu sehr, weil ich Abstand brauchte. Genau so ging es mir auch mit Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin, der mich mehrere Jahre beschäftigt hat.  Und ich bin fest davon ausgegangen, dass auch (um bei Döblin zu bleiben)   November 1918 ein solches Kaliber wird.  Da hatte ich mich aber getäuscht.

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Vergessenes Leid

Eine sehr wichtige Arbeit: Skandal in Togo.

Das an Katastrophen nicht gerade arme 20. Jahrhundert lässt Ereignisse und Zusammenhänge  manchmal vergessen. Ein Thema, das mich sehr interessiert, ist die Kolonialherrschaft – und Deutschland hat dabei ein ausgesprochen  unrühmliches Kapitel geschrieben, wie Rebekka Habermas in Skandal in Togo aufzeigt.

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Robinsonade im All

Als ob es wahr wäre: Weir schreibt über einen Astronauten, der auf dem Mars vergessen wird.

Wahrscheinlich wird Der Marsianer von Andy Weir auch in Zukunft gern gelesen. So wie 1984 von Orwell oder Per Anhalter durch die Galaxis von  Adams. Weirs planetare Robinsonade klingt wissenschaftlich korrekt.

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Gelogenes Leben

Auch als Hörbuch sehr gut: die Geschichte der Mata Hari als Literatur.

Zweifelsohne ein gutes, ein sehr gutes Buch. Paulo Coelhos Beschreibung des Lebens der Mata Hari  in Die Spionin macht den Mythos hundert Jahre später zwar nicht kaputt, erhellt aber die mögliche Innenwelt dieser beeindruckenden Persönlichkeit.

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Gefährlicher Lärm

Wieder eines dieser Bücher, an denen ich mich schon in der Buchhandlung fesgebissen habe.

Ich mag schon den deutschen Titel:  Der Lärm der Zeit. Man könnte ihn auch als „Der Lärm derzeit“ lesen, und das stimmt ja auch: Das Buch von Julian Barnes erscheint zur richtigen Zeit. Dabei geht es um Diktaturen und den schmerzhaften Opportunismus von Künstlern. Und mir schwirrt immer wieder dieser eine abgewandelte Gertrude-Stein-Satz durch den Kopf: Ein Künstler ist ein Künstler ist ein Künstler.

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Die Geistervilla

Mit Ka fühlte ich ich gleich verbunden.

Der Roman von Hanns-Josef Ortheil war der Zufallsfund in einer Rintelner Buchhandlung. Dabei hatte ich nicht einmal den Klappentext von Rom, Villa Massimo gelesen, sondern – angespornt vom Titelfoto – gleich die erste der drei Vorgeschichten. Mit Ka fühlte ich mich verbunden, obgleich 15 Jahre älter, trotz eines äußerlich völlig anderen Lebens.

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